Berliner Stadtmagazin

Das Schloß Paretz im Land Brandenburg

Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Schloss und Dorf Paretz wurden 1797–1804 von David Gilly als Sommerresidenz für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm (III.) und seine Gemahlin Luise errichtet und gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen der Landbaukunst um 1800 in Preußen.

Seit der Wiedereröffnung des Schlosses im Jahre 2001 sind – nach Jahrzehnten – die königlichen Wohnräume des Erdgeschosses mit ihren Möbeln, Gemälden, Grafiken und den berühmten Paretzer Papiertapeten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

In weiteren Räumen des Erdgeschosses gewährt eine Ausstellung Einblicke in den baulichen Wiederherstellungsprozess des Schlosses 1999–2002 sowie in die Restaurierung der kostbaren Papiertapeten und historischen Möbel.


In der Schlossremise ist die Ausstellung "Kutschen, Schlitten und Sänften aus dem preußischen Königshaus" zu sehen.

Friedrich Wilhelm III., König von Preussen, Kurfürst von Brandenburg

Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Friedrich Wilhelm III., König von Preussen, Kurfürst von Brandenburg
geb.: 03.08.1770 im Eckhaus des Neuen Marktes in der Schwertfegerstraße in Potsdam
gest.: 07.06.1840 in seinem Palais Unter den Linden in Berlin (Kronprinzenpalais)
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin

Regierungszeit: 16.11.1797 - 07.06.1840

Eheschließung
1. am 24.12.1793 mit Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz
2. morganatisch am 09.11.1824 mit Auguste von Harrach, Fürstin von Liegnitz

Nachkommen
10 Kinder aus erster Ehe: Eine Prinzessin (totgeboren); Friedrich Wilhelm; Wilhelm; Friederike Luise Charlotte Wilhelmine; Friederike Auguste Karoline Amalie; Friedrich Carl Alexander; Friederike Wilhelmine Alexandrine Marie Helene; Friedrich Julius Ferdinand Leopold; Luise Auguste Wilhelmine Amalie; Friedrich Heinrich Albrecht

Friedrich Wilhelm (III.) wurde am 3. August 1770 in Potsdam als Sohn des Thronfolgers und nachmaligen Königs Friedrich Wilhelm II. von Preussen und dessen zweiter Gemahlin, Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, geboren. Nach freudloser Kindheit und Jugend lernte er im März 1793 seine spätere Frau, die Herzogin Luise zu Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) kennen. Der Ehe, die am 24.12.1793 geschlossen wurde, entstammten insgesamt 10 Kinder, von denen drei im zarten Alter starben und sieben, darunter der spätere König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) sowie der spätere König und Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) den Vater überlebten.

Am 16.November 1797 bestieg Friedrich Wilhelm den preußischen Königsthron. Seine Politik stand zunächst im Zeichen strikter Sparsamkeit und konsequenter außenpolitischer Neutralität, allerdings auch von verpaßten Reformchancen. Als Folge dessen unterlag Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstädt (14.10.1806) den Truppen Napoleons und verlor durch den anschließenden Frieden von Tilsit (7.Juli 1807) große Teile seines Staatsgebietes. Nun jedoch ließ der König auch die politischen und militärischen Reformer gewähren. Auch einige zum Teil noch heute gebräuchliche militärische Symbole und Rituale wie der Zapfenstreich und das Eiserne Kreuz gehen auf Initiativen Friedrich Wilhelm III. aus jener Zeit zurück.

Ein schwerer Schlag im privaten Bereich war für ihn der Tod seiner geliebten Gemahlin Luise (19.Juli 1810 in Hohenzieritz/Mecklenburg-Strelitz). Durch die siegreichen Befreiungskriege (1813-1815) wendete sich allerdings sein politisches Schicksal zum besseren. In den ihm bis 1840 verbleibenden 25 Regierungsjahren wurde der König immer mehr zum Inbegriff des treusorgenden Landesvaters. Ungeachtet seiner ausgesprochen konservativen Innen- und Außenpolitik war er im Volke überaus populär.

Im Jahre 1824 ging er nochmals eine Ehe ein, allerdings auf morganatischer Basis. Er heiratete die Gräfin Auguste von Harrach (1800-1873), die er zur Fürstin von Liegnitz erhob. Diese Ehe blieb kinderlos. Er starb am 7. Juni 1840 in seinem 43. Regierungsjahr und war damit der nach Friedrich dem Großen am längsten regierende preußische König . Er liegt im Mausoleum des Charlottenburger Schloßgartens an der Seite der Königin Luise begraben.

Der König galt als weitgehend amusisch und war zudem von grundsätzlicher Skepsis gegenüber den geistigen Strömungen seiner Zeit erfüllt. Trotzdem konnte er sich diesen Einflüssen und Anforderungen auf Dauer nicht ganz entziehen und mußte in nicht wenigen Fällen dem Drängen seiner Berater und Minister nachgeben. Bedeutendstes Beispiel dafür ist die Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810, die auch bis 1945 seinen Namen trug.


Privat begann er sich nach 1815, im Zuge der Romantik, für mittelalterliche Glasmalerei zu interessieren. Die in seinem Auftrag erfolgte Erfassung der entsprechenden Bestände in allen preussischen Provinzen, legte den Grundstock für die Glasgemäldesammlung des späteren Kunstgewerbemuseums. Gleichzeitig förderte er aktiv die Neubelebung der Glasmalerei in Preussen, speziell in Berlin.


Wichtig wurde er für die Architekturentwicklung in Preussen als Auftraggeber bedeutender Bauten wie des (heutigen) Alten Museums in Berlin. Der einflußreichste Architekt Preussens in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841), wurde in seiner künstlerischen Entwicklung von ihm genauso gefördert wie der begabteste Gartengestalter der Zeit, Peter Joseph Lenne (1789.- 1866).


Die Gründung des oben erwähnten Museums ist für sich gesehen als eine ganz bedeutende Kulturleistung zu werten, wenn diese auch, bedauerlicherweise, weitgehend auf Kosten der Bestände der königlichen Schlösser erfolgte.

König Friedrich Wilhelm III. von Preussen kann von seinen persönlichen Ansprüchen her als der bescheidenste aller preussischen Monarchen gelten. Dies drückt sich auch in den Bauten aus, die er für sich persönlich errichten ließ. Zu nennen wären hier vor allem das Schloss Paretz (1797 errichtet von David Gilly) und der Neue Pavillon (Schinkelpavillon) im Schlosspark Charlottenburg ( 1825 errichtet von Karl Friedrich Schinkel). Zudem behielt er auch nach seiner Thronbesteigung 1797 das Kronprinzenpalais in Berlin, Unter den Linden, als Wohnsitz bei, um seinen Untertanen ein sichtbares Zeichen sparsamer Lebensführung vorzuführen.

Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg Strelitz

Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Erste Gemahlin Friedrich Wilhelms III. von Preußen
geb.: 10.3.1776 im Alten Palais an der Leinestraße in Hannover
gest.: 19.7.1810 im Schloss Hohenzieritz
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin

Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde als dritte überlebende Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz in Hannover geboren. Luises Jugendzeit verlief in ruhigen Bahnen bei der Großmutter in Darmstadt. Ihre Erziehung übernahm eine Schweizerin, Fräulein von Gelieux. Sie wurde in Französisch, Englisch, Geschichte, Geographie, Deutsch und Religion unterrichtet; ihre schulischen Leistungen waren jedoch eher mäßig. Sich ihrer oberflächlichen Bildung durchaus bewusst, versuchte Luise später, tatkräftig unterstützt von ihrer engsten Freundin Karoline von Berg und ihrem Bruder Georg, ihre Unwissenheit zu beseitigen.

1790 verweilte sie mit ihren Geschwistern anlässlich der Krönung Leopolds II. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Frankfurt. Zwei Jahre später wurde in der alten Reichsstadt dessen Nachfolger Franz II. gekrönt. Diesmal nahm sie mit ihrer Schwester Friederike und ihrem Bruder Georg an den Feierlichkeiten und einem Ball teil, den sie mit Clemens Lothar von Metternich, dem späteren österreichischen Kanzler, eröffnete. So in die Gesellschaft eingeführt und als Heiratskandidatin präsentiert, hatte ihr Auftreten auch das Interesse König Friedrich Wilhelms II. von Preußen geweckt, der sich während der französischen Revolutionskriege in Frankfurt aufhielt und für seine beiden ältesten Söhne auf Brautschau war. Nach einer Begegnung mit den Mecklenburger Prinzessinnen ließ er sie – begeistert von ihrer Schönheit – im März 1793 seinen Söhnen vorstellen und ermöglichte ihnen, ihre Wahl zu treffen.


Anfangs unsicher, entschied sich der ältere, Kronprinz Friedrich Wilhelm (III.), schließlich für Luise, während sein Bruder Louis deutlich zu erkennen gab, daß ihm beide Schwestern völlig gleichgültig wären, da er anderweitig verliebt sei. Am 24. April 1793 fand in Darmstadt dennoch die Doppelverlobung statt. Acht Monate später, am Heiligen Abend, wurde Luises Hochzeit mit dem Kronprinzen im Berliner Schloss gefeiert; zwei Tage danach heiratete Friederike den Prinzen Louis.


Am 15. Oktober 1795 schenkte Luise dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. und am 22. März 1797 ihrem zweiten Sohn, dem nachmaligen Kaiser Wilhelm I. das Leben. Insgesamt brachte Luise 10 Kinder zur Welt; drei davon starben sehr früh.

Die Ehe des Kronprinzenpaares war von großer Zuneigung füreinander geprägt, ihr Familienleben ausgesprochen glücklich. Der Alltag des Paares verlief recht gleichmäßig und wurde nur von Reisen nach Neustrelitz, an den väterlichen Hof, oder nach Pyrmont unterbrochen. 1795 hatte Friedrich Wilhelm das bei Potsdam im Havelland gelegene Gut Paretz erworben, da ihm der Aufenthalt im zu großen altehrwürdigen Oranienburger Schloss wenig zusagte. Hier verbrachten Luise und er die glücklichste und unbeschwerteste Zeit ihres Lebens.

Am 16. November 1797 starb Friedrich Wilhelm II., der Kronprinz übernahm als Friedrich Wilhelm III. die Regierung und Luise wurde mit 21 Jahren Königin von Preußen.
Am 13. Juli 1798 kam ihre Tochter Charlotte, die später den russischen Zaren Nikolaus I. heiraten sollte, zur Welt.

In den folgenden Jahren stand Luises Leben im Schatten der napoleonischen Expansion. Nach der vollständigen Niederlage Preußens bei Jena und Auerstädt am 14. Oktober 1806 floh Luise über Erfurt, Göttingen und Braunschweig nach Berlin und von dort mit ihrem Gemahl und den Kindern nach Königsberg. Doch erst die Niederlage der mit Preußen verbündeten Russen bei Friedland am 14. Juni 1807 entschied den Ausgang dieses Krieges.


Trotz eines kurzen Zusammentreffens zwischen Napoleon und Luise am 6. Juli 1807, bei dem sie vermutlich versuchte, den Imperator von seinem harten Kurs gegen Preußen abzubringen, diktierte Napoleon in Tilsit den für Preußen schwer zu tragenden Frieden. Napoleon setzte die Kriegsschuld Preußens auf 154 Millionen Francs fest.


Erst im Dezember 1809 kehrte der preußische Hof unter dem Jubel der Bevölkerung nach Berlin zurück, das teilweise von den französischen Besatzungstruppen geräumt war. Luise setzte sich hier erfolgreich für die Rückkehr August von Hardenbergs ein: Im Mai 1810 wurde dieser zum preußischen Staatsminister berufen. Das von dem Freiherrn von und zum Stein begonnene Reformwerk wurde durch ihn fortgesetzt.

Am 25. Juni 1810 reiste Luise mit ihrer Familie an den väterlichen Hof nach Neustrelitz; drei Tage später folgte ihr Friedrich Wilhelm auf das Sommerschloss Hohenzieritz. Dort erkrankte die Königin am 30. Juni an einer Lungenentzündung, die, da sie nicht sehr ernst zu sein schien, den König nicht von einer Abreise nach Berlin zurückhielt. Doch der Gesundheitszustand Luises verschlechterte sich: Der behandelnde Arzt diagnostizierte eine Art Abzess an der Lunge. Am 16. Juli wurde der König dringlich zurückgerufen. Er kam unverzüglich, aber zu spät: Am 19. Juli 1810 gegen 9 Uhr früh starb Königin Luise von Preußen in seinen Armen.


Nach Entwürfen Friedrich Wilhelms III. schuf Heinrich Genz unter Mitarbeit Karl Friedrich Schinkels ihr Mausoleum im Charlottenburger Schlossgarten. Die bekannte Grabstatue der Königin, ein Meisterwerk der Berliner Bildhauerkunst, fertigte Christian Daniel Rauch 1811–1814.

Ihr früher Tod mit 34 Jahren, ihre Anmut und Schönheit sowie ihre Beliebtheit als Landesmutter und ihr Patriotismus trugen zur umfangreichen Legendenbildung und einem Jahrzehnte anhaltenden Luisenkult bei.

Kutschen, Schlitten und Sänften des preußischen Königshauses

Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Zum ersten Mal wird die kunsthistorisch bedeutende Sammlung Berliner Prunkschlitten, Kutschen und Sänften des preußischen Königshauses vom späten 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in einer Ausstellung zusammengeführt.

Hervorgegangen aus dem preußischen Marstall, waren die Wagen, Schlitten und Sänften bis 1942 im Hohenzollern-Museum im Schloss Monbijou zu besichtigen. Trotz Auslagerung während des Zweiten Weltkriegs kam es zu teils großen Beschädigungen, die heute noch zu sehen sind.

Gezeigt werden auch einige Hofwirtschafts- und Transportfahrzeuge. Damit vermittelt die Ausstellung ein breit gefächertes Bild des künstlerischen und technischen Wagenbaus, dessen Geschichte ebenso dokumentiert wird wie die der preußischen Marstallsammlungen.
 

Öffnungszeiten
November bis April:
Samstag, Sonntag und Feiertag, 10-16 Uhr, 10–16 Uhr

Mai bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit
 

Eintritt:
2 Euro / ermäßigt 1,50 Euro

  
Kontakt:

Besucherzentrum an der Historischen Mühle
Information
An der Orangerie 1
14469  Potsdam
Tel. +49 (0) 331.96 94-200
Fax +49 (0) 331.96 94-107

Autor: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg PR

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